Eine Lesung mit Musik um Mozarts Librettisten Lorenzo Da Ponte mit Lars Jung u. a.

Mozarts Musik im Figaro, der Così und dem Don Giovanni ist einmalig. Aber was wäre sie ohne ihre Texte? Die stammen von Lorenzo da Ponte, der eigentlich Emmanuele Conegliano hieß, 1749 in Italien geboren wurde und am 1838 in New York starb.
Mit dem Sprecher Lars Jung und den beiden Sopranistinnen Elisabeth Freyhoff und Tereza Glosová, begleitet von Richard Röbel am Fortepiano, tauchen wir humorvoll-ernsthaft ein in das Leben dieser außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit.
»Ich träumte von Rosen und Lorbeer,
Lorenzo Da Ponte
doch von den Rosen hatte ich nur die Dornen
und vom Lorbeer nur die Bitternis.
Das ist der Lauf der Welt.«
Im Jahr 1805 verlässt der Librettist Lorenzo Da Ponte Europa und immigriert in die USA. Dort lebt er bis zu seinem Tod 1838 und dort entstehen seine Memoiren. In dieser Lesung treffen wir Lorenzo Da Ponte in seinem New Yorker Buchladen an. Mal reuevoll, mal anklagend sinniert er über sein Leben. Dabei tauchen immer wieder Figuren und Orte aus seiner Erinnerung auf.
Wir sehen den unermüdlich für seine Kultur und um seine Existenz kämpfenden alten Mann inmitten all seiner geliebten Bücher, umring von unsterblichen Dichtern. Wir sehen Da Ponte, den Freigeist, den verstoßenen Rebellen, den passionierten Lehrer, den ehrgeizigen Librettisten, den kaiserlichen Theaterdichter. Wir sehen den hochgebildeten, eloquenten, gutaussehenden Mann mit dem überirdischen Charme – den Herzensbrecher. Wir sehen auch den eitlen, den ruhmsüchtigen, von seinen Leidenschaften beherrschten, den enttäuschten, verbitterten, neidischen, zornig geifernden Schwätzer. Und wir sehen den Scheiternden, den am Boden zerstörten, der sich immer wieder aus der Asche emporschwingt, angetrieben von seiner unverwüstlichen Liebe zum Leben.
Da Pontes Memoiren sind allgemein nicht sehr bekannt, deshalb aber nicht weniger spannend und aktuell. Liest man sie, findet man erstaunlich viele Parallelen zum Hier und Jetzt, sowohl im Bereich des allgemein Menschlichen, als auch in Bezug auf den Kunstbetrieb. Da Ponte hat sein Leben lang gegen Vorurteile ankämpfen müssen und wirkt in seinem Freiheitsdrang und seiner revolutionären Subversion als überaus moderne Künstlerpersönlichkeit nach.
»So werden die Zeitalter vergleichbar und man versteht, dass der Mensch immer aus den gleichen Elementen zusammengesetzt war.«
Giacomo Leopardi
Lars Jung – Sprecher (Lorenzo Da Ponte)
Elisabeth Freyhoff – Sopran
Tereza Glosová – Sopran
Richard Röbel – Fortepiano
Konzept und Textbearbeitung – Amal Reich
Eine Veranstaltung der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Tom Pauls Theater in der Reihe „Mozart original“ im Rahmen des 35. Sächsischen Mozartfestes 2026 „Von Angesicht zu Angesicht“ als Beitrag zu TACHELES: Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen.
Diese Veranstaltung ist Teil des Projektes „Mit vielfältigen Wurzeln die Zukunft gestalten | S rozmanity´ mi koreny tvorit budoucnost“, welches im Rahmen der deutsch-tschechischen Kooperation des Lead-Partners Sächsischer Musikrat e.V. und der beiden Projektpartner Sächsische Mozart-Gesellschaft e.V. und Základní umelecká škola T. G. Masaryka Chomutov, im Programm „Interreg Sachsen – Tschechien 2021-2027“, stattfindet.